Christenverfolgung


unzensuriert.at »

Christenverfolgung in Ägypten seit Jahrzehnten staatlich geduldet


IkoneIn Ägypten kommt es zuletzt zu vermehrten Auseinandersetzungen zwischen radikalen Moslems und Angehörigen der koptisch-christlichen Minderheit. Auslöser war ein feiger Anschlag auf die Besucher der koptisch-orthodoxen Weihnachtsmesse mit acht Toten. Das Attentat zeigt einmal mehr die große Intoleranz, die Angehörigen anderer Religionen in islamischen Staaten entgegenschlägt. Dabei handelt es sich um keinen Einzelfall, sondern im Fall der Kopten in Ägypten um einen schon jahrzehntelange Geschichte der Unterdrückung.

Die Kopten sind die indigene christliche Bevölkerung Ägyptens. Bereits im 1. Jahrhundert wurde ihre Kirche vom Evangelisten und Apostel Markus gegründet, als dieser in Ägypten missionierte und das Christentum verbreitete. Er gilt somit als Gründer und erster Papst der koptisch-orthodoxen Kirche In der römischen, byzantinischen, und frühislamischen Zeit wurde die Bezeichnung „Kopte“ noch ohne Religionszugehörigkeit gebraucht und galt für alle Einwohner Ägyptens – die Nachkommen der alten Ägypter. Erst durch die arabische Eroberung und die parallel einhergegangene Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert wird der Name nur noch für die Christen der koptischen Kirche verwendet.

Während vor dem Siegeszug des Islam Christen die dominierende Religion waren, änderte sich dies im Laufe der Geschichte bedeutend. Bereits im Jahre 706 wurde die koptische Sprache durch die arabische Sprache ersetzt. Heute ist Ägypten der Verfassung nach ein islamischer Staat mit dem Islam als Staatsreligion und einer teilweise auf der Scharia basierenden Rechtsprechung. Zwar sind Kopten verfassungsmäßig gleichberechtigte Bürger der Arabischen Republik Ägypten, in der Realität erfahren sie aber oftmals das Schicksal einer religiösen Minderheit.

Den Kopten wird nur selten der Zugang zu höheren Staatsämtern gewährt, obwohl sie in der freien Wirtschaft und in selbständigen Berufen als besonders erfolgreich gelten. Rund 25 Prozent von ihnen üben hohe gesellschaftliche Positionen als Ärzte, Rechtsanwälte oder Apotheker aus. 1961 besaßen Kopten rund 75 Prozent des Transportgewerbes, 51 Prozent der Banken, 44 Prozent der Industrie und 34 Prozent der Landwirtschaften. Das schürte den Neid der muslimischen Mehrheitsbevölkerung, die Diskriminierung aufgrund einer Stillhalte-Politik der ägyptischen Regierung offen ausleben können. Anstatt das verfassungsmäßig gewährte Recht auf Religionsfreiheit durchzusetzen und für ein tolerantes Klima zwischen den religiösen Gruppen einzutreten, beugt sich die Politik dem Druck radikaler Muslime, insbesondere der anwachsenden Muslimbruderschaft und Ausläufern des Terrornetzwerkes Al-Qaida. Ein Umstand, der von der freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Susanne Winter heftig kritisiert wird. Sie fordert die ägyptische Regierung auf, sich vom Stuhl im Publikum zu erheben und der religiösen Intoleranz vieler Muslime durch politische Maßnahmen zu begegnen. Mittlerweile wurden 3 mutmaßliche Attentäter vom Mittwoch festgenommen.

Seit den Achtziger Jahren mehrt sich die Gewalt gegen die christliche Minderheit dramatisch. Koptische Frauen und Mädchen werden entführt und zwangsislamisiert. Im Jahr 2000 wurden bei einem der bisher schwersten Anschläge auf Kopten im südägyptischen Dorf El-Kosheh 21 Menschen getötet und 65 Geschäfte und Wohnungen verwüstet. In der 2003 geführten Berufungsverhandlung zu diesem Massaker wurden von 95 beschuldigten Islamisten 93 freigesprochen. Vergeblich hatten die Kopten nach dem Scheitern des ersten Gerichtsverfahrens auf Gerechtigkeit gehofft. Durch schlampige Ermittlungen der Polizei und parteiische Justizbeamte blieb der Großteil der Täter straflos.

Probleme gibt es nicht nur bei der Errichtung und Renovierung von Kirchen. Während eines Überfalls auf das aus dem 4. Jahrhundert stammende Abu-Fana-Kloster im oberägyptischen Ort El-Minya, eines der ältesten Klöster weltweit, wurden drei Mönche von mindestens 60 bewaffneten Muslimen entführt und gefoltert. Sie wurden gezwungen, ihrer Religion abzuschwören und das Kreuz zu bespucken. Als sie sich dazu weigerten, wurden sie auf Bäumen aufgehängt und geschlagen.

Unzählige weitere gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten erzeugen ein gefährliches Klima des Hasses. Auch der jüngste Anschlag auf koptisch-orthodoxe Christen nach einer Weihnachtsliturgie in der Kirche von Nag Hammadi, 130 Kilometer nördlich der bekannten ägyptischen Touristenmetropole Luxor, ist ein weiterer trauriger Eskalationsschritt im religiös motivierten Feldzug gegen die älteste christliche Glaubensgemeinschaft. In den letzten Jahrzehnten verließen deshalb 1.5 Millionen Kopten ihr Heimatland. Die christliche Minderheit wird inzwischen auf nicht einmal mehr 10 Prozent der Gesamtbevölkerung geschätzt.

Durch die gesamte Geschichte hindurch bis heute kam und kommt es immer wieder zu Christenverfolgungen in Ägypten. Diese Unterdrückungen zu ertragen bedeutet für die koptische Gemeinde „das Kreuz Christi zu tragen“. Sie nennen sich aus diesem Grund die „Kirche der Märtyrer“.





"Weltweite Christenverfolgung steigt - Europa schweigt"



"Pro Oriente": 250 Millionen Christen werden wegen ihres Glaubens verfolgt, 175.000 wurden allein 2008 getötet. Appell an "wohlgesinnte gläubige Muslime". Aktionstag am 10. Dezember Wien, 4.12.09 (KAP) "Die weltweite Christenverfolgung steigt - und Europa schweigt". Dieses ernüchternde Fazit zog die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien angesichts des bevorstehenden "Tages der Menschenrechte" am 10. Dezember. "Wir haben im vergangen Jahr auf die Diskriminierung von rund 250 Millionen Christen und ihre Verfolgung in 50 Ländern der Welt hingewiesen. Wir stellen nun fest, dass sich die Situation insgesamt verschlechtert hat", betonte der Präsident der Stiftung "Pro Oriente", Johann Marte. Zwischen 80 und 90 Prozent aller wegen ihrer Religionszugehörigkeit verfolgten Menschen seien mittlerweile Christen, allein 2008 wurden 175.000 Christen aufgrund ihres Glaubens getötet.


Hauptschauplätze der Verfolgung seien insbesondere kommunistische Diktaturen und islamisch, d.h. unter dem Recht der Scharia, regierte Staaten. Besonders dramatisch stelle sich die Situation für Christen in Afghanistan, Somalia, Eritrea, Ägypten, Nigeria sowie dem Irak und Pakistan dar. Dort werde das Christentum "mit seiner befreienden, mit großer sozialer Sprengkraft ausgestatteten Botschaft" gefürchtet. Zwar seien Differenzierungen notwendig, da nicht alle Länder in gleicher Weise die Scharia als Rechtsbasis exekutierten, so Marte. Faktum sei aber, "dass sich unter den 40 Ländern, in denen die Verfolgung von Christen am stärksten ist, 30 islamische Länder befinden".


Appell an "wohlgesinnte Muslime"



Marte formulierte weiters einen gemeinsamen Appell der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen", der sich mittlerweile mehr als 20 Organisationen angeschlossen haben. Der Appell richtet sich an alle "wohlgesinnte gläubige Muslime in Österreich und Europa" und ruft diese zur Unterstützung im Protest gegen die Gewalt an Christen in islamischen Ländern auf.


Aktionstag am 10. Dezember


Zugleich kündigte Marte einen Aktionstag der Plattform am 10. Dezember an. Von 10 bis 18 Uhr wird sich an diesem Tag auf dem Wiener Stock-im-Eisen-Platz die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" präsentieren und zum Gespräch mit Experten und Flüchtlingen einladen. Um 18 Uhr feiert Weihbischof Franz Scharl gemeinsam mit dem Chorepiskopos der syrisch-orthodoxen Kirche, Emanuel Aydin, einen ökumenischen Wortgottesdienst im Stephansdom. Den Abschluss des Aktionstages bildet schließlich eine Lichterkette mit Fackeln rund um den Dom.


Über die Verfolgungssituation in Pakistan berichtete bei der Pressekonferenz der Generalsekretär von "Christian Solidarity International" (CSI) in Österreich, Werner Frühwirth. Grundlage der Verfolgung sei zum einen die vermehrte und radikale Anwendung des Blasphemie-Gesetzes von 1986, das unter Artikel 296 des geltenden Strafgesetzes die Beleidigung des Korans mit Gefängnis und eine Beleidigung des Namens Mohammeds mit dem Tod oder lebenslanger Haft ahndet. Im alltäglichen Leben seien pakistanische Christen laut Frühwirth auch auf dem Arbeitsmarkt oder bei Justizfragen benachteiligt. Das eigentliche Probleme stelle jedoch "die steigende Islamisierung und Radikalisierung der Gesellschaft" Pakistans dar, so Frühwirth. Unter den rund 168 Millionen Einwohnern Pakistan stellen die rund 1,5 Millionen Christen eine verschwindend kleine Minderheit dar.


Fokus auf "islamische Diktaturen"



Katharina Grieb von der "Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte" (IGFM) wies darauf hin, dass sich der Schwerpunkt der Christenverfolgung in den vergangenen Jahren verlagert habe. Waren es bis vor wenigen Jahren vor allem kommunistische Diktaturen, so seien nun "islamische Diktaturen" in den Fokus der IGFM gerückt. Von jenen Staaten, in denen die Scharia als geltendes Recht eingeführt wurde, müsse dringend die Achtung der Religionsfreiheit eingemahnt werden. Als Menschenrecht müsse die Religionsfreiheit für Christen in diesen Ländern ebenso gelten, wie sie für Muslime in christlich dominierten Ländern gelte, so Grieb. Zugleich rief Grieb dazu auf, "Advokaten der Stummen und Verfolgten" zu sein. Es gebe unzählige Beispiele etwa aus Somalia, wo die Scharia geltendes Recht sei, aber auch aus der Türkei, wo die Verfolgung von Christen "immer heftiger und brutaler werde".


Herbert Rechberger vom Hilfswerk "Kirche in Not" machte auf die Lage der Christen in Nordkorea aufmerksam. Seit der Machtergreifung des Regimes 1953 seien dort rund 300.000 Christen spurlos verschwunden, weitere 80.000 fristeten derzeit in Arbeitslagern ihr Dasein.


Zwar sei die Religionsfreiheit im Land offiziell in der Verfassung festgeschrieben, sie gelte jedoch nur, insofern sich Christen explizit staatlich anerkannten und kontrollierenden Organisationen wie dem Verband der Nordkoreanischen Katholiken anschließen. Entsprechend weist die offizielle Statistik des Landes nur rund 10.000 Protestanten und 4.000 Katholiken aus, die Zahl im Untergrund sei jedoch viel höher, so Rechberger.


Verfolgung in Irak und Ägypten



Basel Tuma von der Union orientalischer Christen in Österreich (UOC) berichtete von der weiterhin akuten Bedrohungssituation für Christen im Irak. Nachdem sich die Situation zunächst im Vorjahr kurz entspannt hatte, löse nun eine "neue Terrorserie gegen die christliche Minderheit" Angst und Schrecken aus. Seit 2008 wurden allein in Mossul 40 Christen wegen ihrer Religionszugehörigkeit getötet, so Tuma. Die Mordserie habe dazu geführt, dass mehr als 10.000 Menschen aus der Stadt geflohen seien und der Exodus der Christen aus dem Irak somit anhalte. Inzwischen gebe es nur mehr rund 500.000 Christen im Irak.


Über die Verfolgung koptischer Christen in Ägypten berichtete der ägyptische Publizist Viktor Elkharat. Hinter den jüngsten Anschlägen auf Häuser und Geschäfte von Kopten stecke laut Elkharat die ägyptische Regierung, die durch die Verbreitung von Gerüchten über Christen gezielte Unruhen herbeizuführen versuchen. Angesichts der andauernden Verfolgung könne man von einem "wiederholten Szenario" sprechen, so der Publizist.

Minarettverbot: "Es geht hier um Menschen, nicht um Bauwerke"



Einen Appell an die Journalisten und Medien richtete "Kirche in Not"-Geschäftsführer Rechberger im Blick auf die aktuelle Debatte um das Schweizer Minarett-Verbot. Ihn "irritiere" die derzeitige mediale Diskussion über das Schweizer Votum sehr, sagte Rechberger. Beim Verbot der Minarette gehe es um eine Frage von Bauwerken, während andernorts und von den Medien weitgehend unbeachtet, Christen "täglich diskriminiert, verfolgt, umgebracht werden". "Wo sind all jene Journalisten, die derzeit täglich über die Schweizer Abstimmung berichten", so Rechberger, "wenn es doch hier um Menschenleben geht?"


"Ein Bärendienst für die verfolgten Christen"


"Pro Oriente"-Präsident Marte verwies auf die Aussage eines Bischofs aus dem arabischen Raum, der das Schweizer Votum als einen "Bärendienst für die verfolgten Christen" bezeichnet hatte. "Das Votum nagt an unserer Glaubwürdigkeit", so Marte. Zugleich pflichtete er Rechberger bei, dass es sich bei der derzeitigen medialen Debatte um eine "Aufbauschung" des Themas handle: Letztlich gehe es um eine Frage der Bauordnung, doch erfolge derzeit eine "religiöse Instrumentalisierung" der Debatte.
www.katholisch.at/content/resources/dienste/article/46395.html

Christenverfolgung heute

 

 

Christenverfolgung heute

 

 

 

Christen werden heute verfolgt  „wie zu Kaiser Neros Zeiten“

Am schlimmsten ist die Lage in Nordkorea, Saudi-Arabien und Laos, berichtet das Magazin Cicero.

Potsdam (www.kath.net / idea) Wie zu Kaiser Neros Zeiten werden heute Christen in vielen Ländern diskriminiert, gefoltert oder umgebracht. Das berichtet die Monatszeitschrift Cicero, die in Potsdam erscheint. Wie es weiter heißt, würden nach vorsichtigen Schätzungen der amerikanischen Kommission für internationale Religionsfreiheit jährlich rund 167.000 Christen wegen ihres Glaubens getötet.

Verfolgung könne ihnen in kommunistisch regierten Staaten wie Nordkorea ebenso widerfahren wie in islamischen Ländern, etwa Saudi-Arabien. Das Bild der Unterdrückung sei sehr unterschiedlich: In manchen Ländern stellten die Regierungen den Christen nach, während es in anderen Staaten Extremisten oder Rebellen seien. So gewähre das südamerikanische Kolumbien zwar seinen Bürgern Religionsfreiheit, doch hätten Angehörige von Guerillagruppen in den vergangenen Jahren Hunderte Geistliche getötet.

Besonders die antichristlichen Ressentiments aus der islamischen Welt beunruhigten Wissenschaftler und religiöse Institutionen. Extremistischer Islam breitet sich aus So habe der amerikanische Theologe Paul Marshall in der Monatszeitschrift des Amerikanischen Jüdischen Kongresses geschrieben, dass extremistische Versionen des Islam überall an Macht gewönnen, oft mit saudischer oder iranischer Hilfe. Sie verbreiteten sich über Ost- und Westafrika, sowie über Süd-, Südost- und Zentralasien.

Der am längsten anhaltende und blutigste Bürgerkrieg der letzten Jahre, der seit 20 Jahren im Sudan tobende Konflikt zwischen der islamischen Zentralregierung und Christen bzw. Anhängern von Naturreligionen im Süden des Landes, hat laut Cicero zwar einen komplexen Hintergrund, doch sei ein Schlüsselmerkmal, daß das Regime das gesamte Land zu einem islamischen Staat machen wolle. Besonders gefährdet seien Christen in Nordkorea, Saudi-Arabien und Laos, schreibt das Monatsmagazin unter Berufung auf das Missionswerk Offene Grenzen.

URL:www.kath.net/detail.php?id=8357
Auf KATH.NET seit dem: 28. 08. 2004    12:53 Uhr
© www.kath.net

 


Der Arbeitskreis für Religionsfreiheit (AKREF) der Deutschen Evangelischen Allianz und die Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz schreibt:

Auch wenn die Zahl der Märtyrer und der von Christenverfolgung
Betroffenen weltweit nach 1990 zunächst durch den Zusammenbruch
des Weltkommunismus und vieler Diktaturen stark zurückgegangen
ist, nimmt Christenverfolgung derzeit weltweit wieder zu, vor allem,
da nach langen Jahrzehnten verhältnismäßiger Ruhe Christenverfolgung
in so großen Ländern wie Indien und Indonesien aufflammt.
Niemand kann die Zahl der Märtyrer genau erfassen, die Schätzungen
liegen zwischen 90.000 und 165.000. Und wie viele Christen weltweit
gefoltert, schikaniert oder vertrieben werden, kann noch nicht
einmal geschätzt werden.